Warum stationärer Aufenthalt?

Eine stationäre Behandlung wird häufig notwendig, wenn die Haltung und die Umstände im eigenen Heimatstall für eine Heilungsphase ungeeignet sind oder große Entfernungen und/oder kurze Behandlungsabstände eine ambulante Behandlung sehr aufwendig oder unmöglich machen. In manchen Fällen ist sogar der Abstand von besonders mitfühlenden Besitzern unterstützend für Pferd und Besitzer, die oft an die Grenzen ihrer Kraft kommen. Sehr große emotionale Aufregung des Besitzers oder des Pferdes verunsichert und überträgt sich ungünstig, wenn die Verbindung sehr stark ist. Auch kann die Ablenkung in einem neuen, angenehmen Lebensumfeld im ernsten Krankheitsfall einen neuen Fokus für das Tier bedeuten und die psychische Stabilität und Motivation fördern. Das potenziert die körperliche Heilungskraft.

Wann ist der Heimatstall eventuell ungeeignet?

Oft ist es nicht möglich dem Patienten im Heimatstall genügend permanenten Auslauf zu bieten. Auch und vor allem bei gravierenden Hufkrankheiten benötigt der Huf viel leichte aber permanente Bewegung, damit der Hufmechanismus, die Blutpumpe arbeiten kann. Dies ist nötig, um den Stoffwechsel im Huf (Hornproduktion und Reparaturarbeiten) optimal zu versorgen. Ebenso um „Stau“ (Blut wird dem Huf in der Belastungsphase zugeführt und in der Entlastungsphase zurück Richtung Herz ausgedrückt) in der Hufkapsel durch längeres Stehen zu vermeiden, was Schmerzen und Schäden in der engen Kapsel auslöst. Die Reparaturarbeiten an der Huflederhaut können somit leichter und schmerzfreier ablaufen. Bewegung ist das Rehabilitations- und Gesundheitsprogramm für das Lauftier Pferd. Die Sehnen, Bänder und Gelenke benötigen über Bewegung den Impuls zur Anpassung nach Korrektur einer vormals kranken Situation an die ungewohnte neue, aber gesunde Stellung. Permanente, also 24 Stunden, vom Pferd frei entschiedene, naturnahe Bewegung, können wir Menschen auch mit großem Aufwand nicht leicht realisieren. In der Genesungsphase ist dies aber für den Hufmechanismus – und damit die auf ihn angewiesenen, begleitenden Stoffwechselvorgänge für das Gesamtsystem Pferdekörper – besonders wichtig. Hinzu kommt die mentale und pferdesoziale Ablenkung. Dem wird ein Bewegungsstall oder Offenstall annähernd gerecht.

Solche Ställe sind in der Pferdehaltung nicht überall verbreitet. Hier bieten wir mit unserem Therapiestall eine Lösung. Zudem begleiten wir die Patienten in ihrem Genesungsgeschehen ganz nah. Das bedeutet angstfreie, liebevolle und kompetente Unterstützung für den Patienten und Erleichterung für die oft bis an ihre Grenzen angestrengten Besitzer. Kenntnis und Leitung der Heilungsphasen und eine der Genesung angemessene Beschäftigung und Bewegungsförderung unterstützen die Rehabilitation.

Nach oben