Therapieansatz Hufheilpraktik

Schleichende, negative Veränderungen im Hufzustand bleiben zunächst oft unbemerkt oder gelten "vermeintlich" als nicht veränderbar. Später steht in einigen Fällen die Diagnose „austherapiert“ im Raum. 

Leider sind kranke Hufe von außen nicht immer leicht als solche zu erkennen. Sie verursachen selten  sofort Schmerzen, die zu Lahmheiten führen. Vielmehr zeigen sich Schmerzen von Pferd zu Pferd unterschiedlich deutlich oder werden nicht im richtigen Zusammenhang verstanden. So können Diagnosen entstehen, die dann nicht als Hufproblem gewertet werden und entsprechend können die ergriffenen Behandlungsmaßnahmen somit nicht langfristig greifen.

Kranke Hufe beeinträchtigen häufig zunächst unerkannt die „pferdliche“ Gesundheit. Hier können „Rittigkeitsprobleme“, chronische Sehnen-Bänder-Probleme, plötzliche Ringbandprobleme, Fesselträgerüberlastungen, Gallen, wiederkehrende Abszesse oder einfach die Erfahrung, dass Barhuflaufen nicht funktioniert, die ersten Warnzeichen für Schwierigkeiten mit dem Hufzustand – und auch die Ursache von Gangbildanomalien, Arthrosen, häufigem Stolpern, Fehlstellungen und -haltungen oder psychischer Veränderungen sein. 

Oft wird der Hufzustand erst auffällig, wenn schwerwiegende Erkrankungen und Lahmheiten auftauchen oder sich äußerlich sichtbare Deformationen zeigen. Die dann stattfindenden Standardmaßnahmen erweisen sich leider vielfach als eine weitere Unterdrückung der eigentlichen, schmerzenden Ursache, die sich später dann deutlicher oder sogar in fortgeschrittener Form zeigt. 

Handlungsdruck zur sofortigen Wiederherstellung der Funktion und „Nutzbarkeit“ des Pferdes führt meist zu einer mehr symptomorientierten Behandlung der Krankheit. Das ist bei uns Menschen ähnlich. Wer funktionieren muss, sucht entsprechende Behandlung im Krankheitsfalle, oft sogar wider besseres Wissen. Das kennen sicher viele, doch die Möglichkeiten dieser Behandlung sind begrenzt. Sie beheben das Problem nicht und sind auf Dauer keine Lösung.

Spätestens sobald mehrere Probleme am Pferd auftreten oder ein bestehender kranker Hufzustand in ein chronisches Stadium übergeht, hilft dann als letzte Möglichkeit jedoch nur noch die Ursachenfindung und -behebung weiter. 

Viele Jahre Praxis und Studium der Funktionen und des „Innenlebens“ der Hufe haben uns gezeigt, dass in den meisten – auch sehr schweren Fällen von Hufkrankheiten – die Ursachen aufgedeckt werden können. Physikalische Zusammenhänge wie etwa Hebel-, Zug-, Druck- und Scherkräfte dienen als Grundlagen für unsere praktische Hufbearbeitung. Umfangreiche Kenntnisse der Anatomie, Histologie, Physiologie und Biomechanik sind Voraussetzung. In einigen Fällen ergänzen weitere, individuell abgestimmte Therapieformen den Genesungsverlauf. 

Unser Bestreben ist eine langfristige Rehabilitation von kranken Hufsituationen und der damit zusammenhängenden Pferdegesundheit. Hier sehen wir unseren Einsatzbereich. 

Für die Pferdehalter, die schon eine länger dauernde Behandlungsodyssee hinter sich haben, stellt sich die Frage, warum unser huf-heilpraktischer Ansatz eventuell Erfolg zeigen könnte. Nach unserem Verständnis liegt das an einer möglichen unterschiedlichen Symptom- und Ursachenbetrachtung der Hufkrankheit mit entsprechender Therapie.

Eine intensive Untersuchung der Hufsituation nach unseren huf-heilpraktischen Aspekten zeigt häufig  Möglichkeiten der Hufbearbeitung auf, die zu einer positiven Änderung der Situation beitragen können. Vielzählige, auch erschreckende Diagnosen wie „Hufrolle“-Krankheiten und Hufrehe können somit durch geeignete Korrektur der Hufsituation zur ursächlichen Gesundungsfähigkeit geführt werden. 

Huf-Heilpraktische Ausbildung in Hufpflege bedeutet, angelehnt an die inneren Strukturen im Huf, die äußere Hornkapsel zu pflegen, oder zu korrigieren, wenn die Kapsel sich aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr physiologisch selber gesund "erhalten" kann.

Und hier kommen wir zu den Einflüssen auf die Hufkapsel, die in 4-facher Ausführung, die Basis für den Pferdekörper bildet und beinahe alle Probleme des Pferdes anzeigt. Wenn unphysiologische Hebel- oder Stoffwechselkräfte aus dem Körpergeschehen sich auf die Hufkapsel durch Kompensationshaltungen übertragen, können Argumente wie "das Pferd braucht das so, sonst wäre es ja nicht so" nicht die Lösung sein.

Sollten Pferde eine gesunde, den inneren Strukturen der Hufe angemesssene Hufform nicht halten können, dann liegen weitere Probleme im Körper vor, und es bedarf evtl. grundsätzlich zusätzliche Therapien, damit sich die Hufe neben der Hufkorrektur stabilisieren können. Findet dies nicht statt, werden aus unerkannten "Körperproblemen" Hufkrankheiten und im dramatischen Fall folgt "Erlösung".  Natürlich können auch Hufschmerzen aufsteigende Körperprobleme auslösen.

Aus eigener Erfahrung mit mauellen Therapieformen wissen wir Menschen, dass gewachsene Sehnen sich natürlich nicht einfach in ihrer tatsächlichen Länge plötzlich "verkürzen", sondern, dass die Muskeln kontrahieren, die Muskeln der Beuger- und Streckersysteme nicht ausgewogen physiologisch zusammenspielen. Also begeben wir uns in therapeutische Maßnahmen. Und das ist beim Tier nicht anders ! Beim Pferd nutzt sich dann Horn am Huf ab, wo es eigentlich nicht sein sollte und Horn bleibt stehen, wo es eigentlich abgenutzt werden sollte. Unsere menschlichen Schuhe erzählen ähnliche Geschichten.

Viele weitere beeindruckenden Zusammenhänge der Huf-und Pferdegesundheit lehren wir in unseren Seminaren/Hufkursen und vor allem in unserer Profi-Ausbildung ganzheitliche Barhufbearbeitung und -therapie..

Seit 2004 arbeiten wir professionell in der huf-heilpraktischen Arbeit. Diese langjährige Praxis ermöglichte uns die Entwicklung eigener Erkenntnisse und praktische Erfahrungen.

Unterschiedliche Ausbildungen zur Pferdegesundheit führten (und führen) uns zu unserem Ansatz der Umsetzung von Pferde- und Hufgesundheit und seit 2013 auch im Ausbildungszentrum für Hufpflege. 

Neben unserer huf-heilpraktischen Bearbeitung und der ganzheitlichen Osteopathie bieten wir ergänzende ganzheitliche Therapiemöglichkeiten, unter anderem chinesische Medizin, Pferdeheilpraktik, Naturheilkunde. Falls nötig, stehen auch weitere Spezialisten und Tierärzte für eine Zusammenarbeit zur Verfügung.

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