Kleine Huf-Info

Pferde in ursprünglich natürlicher Lebensweise würden täglich – rund um die Uhr – viele Kilometer auf unterschiedlichen Böden ihres Terrains zurücklegen. Dadurch hält sich ein relatives Gleichgewicht von Abrieb und Wachstum des Hufhorns. Vollkommen artgerechtes Leben des Fluchttieres Pferd in unserem zivilisierten Lebensraum ist kaum zu erfüllen. Hinzu kommen noch unterschiedliche Rassemerkmale mit entsprechenden Bedürfnissen zum Erhalt der Funktionstüchtigkeit sowie unsere Ansprüche an die Pferde. So sind die Hufe der Pferde, die eher auf hartem, steinigen Boden leben, entsprechend angepasst, wie auch die Hufe der Pferde, die eher auf weicheren Böden leben würden. Wir wünschen uns für unsere Nutzungsansprüche jedoch angepasste Hufe und den dazu benötigten Bewegungsapparat für jeden Boden. Deshalb benötigen die Hufe Unterstützung in ihrer Pflege, häufig sogar Korrektur, also das fachgerechte Schneiden und ein Training, damit der Huf eine naturnahe Funktion für die Pferdegesundheit übernehmen kann. 

Ebenso müssen Hufe korrigiert werden, wenn sie aufgrund von vorübergehenden Verletzungen oder anderen Krankheiten in ihrem optimalen Hornwachstum gestört wurden. Manchmal betrifft dies im Besonderen auch vor allem einen Huf der sich durch Schonhaltung verändert hat. Nur wenn die Basis wieder physiologisch korrekt alle Aufgaben für den Organismus übernehmen kann, können auch weitere Therapien wie Osteopathie, Chiropraxis oder andere Maßnahmen nachhaltig greifen. 

Die Hufe fühlen die Beschaffenheit des Untergrundes, übernehmen stoßdämpfende Funktionen, unterstützen mit der Verarbeitung von Stoffwechselabfallprodukten über die Hornproduktion und ihrer Blutpumpfunktion den gesamten Organismus. Grundlage hierfür ist der Hufmechanismus – das korrekte Weiten und Zusammenziehen der Hufkapsel entsprechend der Druckverteilung während der Bewegungsabläufe. 

Ein gut funktionierender, schmerzfreier und stoßdämpfender Hufmechanismus ist eine wichtige Gesundheitsbasis für das Pferd. Die Hufe sind mit dem Stoffwechsel verbunden, dem Bewegungsapparat und dem Herz-Kreislauf-System. Sie sind Sinnesorgane, fühlen und geben Reize weiter. Diese vielfältigen Zusammenhänge mit dem gesamten Pferdeorganismus machen deutlich, wie stark Hufgesundheit mit der Gesundheit des ganzen Körpers in Wechselwirkung steht, und weshalb es auch im Krankheitsfalle umso wichtiger ist, dass weiterhin Bewegung stattfinden kann, frei gewählt, auf angepassten Böden, im eigenen Tempo. Die Zeiten von totaler "Ruhestellung" nach Bänder-oder Sehnenproblematiken, Entzündungen oder Eitergeschehen sind in der Humanmedizin schon längst anerkannt überholt. Die gleichen Maßstäbe gelten für die Tiere jedoch auch. Bewegung ist für Regeneration wichtig. Informieren Sie sich.

Viele Zusammenhänge sind für jeden Pferde-Interessierten wichtig zu verstehen, um z.B. einfach unterscheiden zu können:

  • geht mein Pferd „fühlig“, weil es Schmerzen hat oder weil es sich achtsam „fühlend“ entsprechend dem zu bewandernden, ungewohnten Weg verhält? Welche Vorteile hat das für den Menschen?
  • Ab wann hat mein Pferd Schmerzen im Huf und wie merke ich das als Besitzer schon bevor eine deutliche Lahmheit sich ausprägt, was kann an der Hufsituation die Ursache dafür sein?
  • Warum bewegt sich ein Pferd ohne Beschlag anders, als ein Pferd mit Eisen und was ist daran  vorteilhaft? was bewirkt Beschlag kurz -und mittelfristig auf dem Pferdehuf?

Dieses Huf-Wissen wird selten „in der Reitstunde“ gelehrt. Für das Pferd eine fatale Entwicklung, denn viele Missverständnisse, von kleinen Unpässlichkeiten bis hin zur bedrohlichen Erkrankung, können aus fehlendem Verständnis erwachsen. Dabei macht es Spaß sich auch mit der Bewegung, den Möglichkeiten und den phantastischen Leistungen der vier Hufe unserer Pferde, die ja auch den Menschen tragen oder die Kutsche ziehen, zu beschäftigen.

Dann ist es auch leichter zu verstehen, warum es nicht einfach so sein kann, dass „mein Pferd nicht barhuf laufen kann“ und noch viel dramatischer, wenn selbst mit Beschlag Probleme wie Stolpern etc. auftreten. Das hat Gründe! Diese Gründe können gefunden und beseitigt werden und infolge dessen die Gesundheit des Pferdes unterstützt. 

Huf-Know-how hilft auch, die Zusammenhänge der Hufe und der Pferdeanatomie zu begreifen und viele Dinge im Bereich Hufbehandlungen besser einschätzen zu können, Entscheidungen zu anstehenden Bearbeitungen oder Therapien mit eigenem Hintergrundwissen treffen und begleiten zu können. Deshalb haben wir hier an dieser Stelle einige interessante Aspekte in der Hufkunde zum Reinschnuppern in die Materie aufgeführt, um Lust auf mehr Huf-Wissen zu machen.

 

Im Folgenden finden Sie über die Menüführung oben rechts neben dem Text, kurz umrissen, unseren Therapieansatz für Krankheiten wie Hufrehe und „Hufrollen“-Diagnosen. Vorab werden hier für Pferdehalter, die erst beginnen sich mit dem Huf auseinanderzusetzen, in vereinfachter Form ein paar anatomische Begrifflichkeiten beschrieben.

 

Wir freuen uns natürlich auch über zahlreiche, wissbegierige, hufinteressierte Halter, Reitlehrer, Hufbearbeiter und Therapeuten in unseren Hufseminaren. Dort können wir intensiv und umfangreich Anatomie und Gewebezusammenhänge aufklären und spannende Fragen behandeln.

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